Besondere Methoden: Hypnose und EMDR

Besonders wirksame Therapiemethoden gehen über das reine Gespräch hinaus. Lesen Sie in den nächsten Abschnitten, was Hypnose ist und was nicht. Korrigieren Sie die häufigsten Irrtümer über Hypnose. Erfahren Sie weiter unten mehr über EMDR. Und informieren Sie sich über die unterschiedlichen Schritte und Phasen der Behandlung mit Hypnose und EMDR.

Die 4 häufigsten Vorurteile über Hypnose – und warum sie nicht stimmen:

Vorurteile haben wir gegenüber dem Fremden. Vertrautheit entkräftet Vorurteile. Wissen über Hypnose gibt Sicherheit.

Hypnose ist ein natürlicher Zustand tiefer Entspannung und innerer Fokussierung. Sie sind dabei nicht „weg“ – im Gegenteil: Sie sind wach und bewusst. Sie behalten die Kontrolle. In hypnotischer Trance wird der Zugang zu inneren Ressourcen, Bildern und Lösungen leichter – oft klarer als im normalen Alltagsdenken. Dadurch kann Hypnose helfen, Blockaden loszulassen. Hypnose stärkt das Gute in Ihnen.

Hypnose ist keine Zauberei, keine Show und schon gar keine Manipulation. Niemand kann gegen seinen Willen handeln.

1. Vorurteil: "In Hypnose verliere ich die Kontrolle über mich selbst".

Falsch.
In der Hypnose erleben Sie einen Zustand tiefer Entspannung und Konzentration – aber Sie bleiben bei vollem Bewusstsein und haben jederzeit die Kontrolle. Niemand kann Sie gegen Ihren Willen zu etwas bringen. Hypnose ist ein Zustand der Selbstermächtigung, nicht der Fremdsteuerung.
 

2. Vorurteil: "Nur schwache oder leichtgläubige Menschen sind hypnotisierbar".

Auch falsch.
Gute Hypnotisierbarkeit hat nichts mit Willensschwäche zu tun. Im Gegenteil: Menschen mit Fantasie, Konzentrationsfähigkeit und geistiger Offenheit sind besonders empfänglich. Hypnose erfordert Ihre aktive Mitarbeit – nicht Ihre Leichtgläubigkeit.

3. Vorurteil: "In Hypnose ist man manipulierbar".

Das ist nachweislich falsch.
In Trance bleibt immer ein Teil des Bewusstseins wach und aktiv. Sollte der Hypnotiseur einen Vorschlag machen, der Ihren Werten entgegensteht, dann wird Ihr Bewusstsein den Vorschlag einfach ignorieren. Sie haben immer die Wahl, und Sie entscheiden selbst.
 

4. Vorurteil: "Hypnose ist esoterischer Hokuspokus". 

Und auch das ist falsch.
Therapeutische Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Sie wird erfolgreich in Psychotherapie, Schmerzbehandlung, Stressreduktion, Angstlösung, Zahnbehandlung und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Hypnose ist keine Magie, sondern eine effektive Methode mit nachgewiesener Wirkung.

3 Fakten: Hypnose ist seriös, sicher und wirksam

Klinische Hypnose, fachgerecht angewandt, ist hilfreich

1. Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren

Klinische Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren. Hypnose wird in vielen medizinischen und psychotherapeutischen Bereichen erfolgreich eingesetzt – zum Beispiel zur Schmerzreduktion, bei Zahnbehandlungen oder zur Vor- und Nachbereitung von Operationen.
 

2. Hypnose ist ein tiefer Entspannungszustand bei vollem Bewusstsein

In der hypnotischen Trance befindet sich die Person in einem Zustand tiefer Entspannung und erhöhter Konzentration. Man bleibt jederzeit ansprechbar, wach und bei vollem Bewusstsein. Wie im Kino, wenn Sie ganz in den Film versunken sind - aber gleich aufmerken, wenn jemand Ihren Namen ruft.

3. Hypnose stärkt die innere Kraftquelle

Hypnose aktiviert die Selbstheilungskräfte der Seele und des Körpers. Hypnose weckt schlummernde Potenziale. Hypnose hilft, ungünstige Verhaltensmuster zu verändern und neue Lösungen zu finden.

Fazit: Hypnose wirkt sanft und zugleich nachhaltig. Hypnose schafft einen Zustand tiefer Entspannung und wacher Klarheit. Hypnose ermöglicht den Zugang zu den eigenen inneren Stärken. Hypnose ist wissenschaftlich gut untersucht. Hypnose fördert nachhaltige Veränderung und persönliches Wohlbefinden von innen heraus. Aus Ihrer eigenen Kraft!
 

Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?

Jede Hypnosesitzung besteht aus 6 Schritten. Lesen Sie selbst!

Das Vorgespräch

Wir sitzen uns gegenüber. In der ersten Sitzung erheben wir eine Anamnese. In den Folgesitzungen berichten Sie kurz, wie Sie es sich seit dem letzten Mal ergehen ließen. Dann besprechen wir Ihr Anliegen. Wir klären Ihr Problem und Ihr Ziel. Je klarer, desto besser.

Die Einleitung

Sie sitzen bequem im Sessel. Wenn Sie möchten, legen Sie die Füße hoch. Ich setze mich neben Sie. Sie geben mir die Erlaubnis, Sie zu hypnotisieren und Sie zu duzen. Dann lade ich Sie ein, die Augen zu schließen. Sie entspannen die Muskeln Ihrer Augen. Sehr angenehm.

Die Vertiefung

Ihre Augen sind so entspannt, dass Sie sie gar nicht mehr öffnen wollen. Sie stellen sich eine Welle der Entspannung vor. Wenn ich Sie bitte, die Augen kurz zu öffnen und wieder zu schließen, gehen Sie tiefer in die Entspannung. Alle Muskeln werden locker und weich.

Die Intervention

Sie fühlen sich wohl und entspannt. Ich wiederhole Ihr Thema aus dem Vorgespräch. Ihr Unterbewusstsein übernimmt die Führung. Sie sehen Bilder oder Szenen. Sie fühlen Emotionen. Sie finden Lösungen. Ich begleite Sie.
 

Die Reorientierung

Sie kommen zurück aus der Trance. Oft merkt man erst dann, wie tief man "weg" war. Sie strecken sich und atmen tief durch. Sie öffnen die Augen. Sie fühlen sich ausgeruht. Sie staunen, wieviel Zeit vergangen ist. Wir siezen uns wieder.

Das Nachwirken

Was Sie in Trance erlebt haben, wirkt nach. In Träumen, Erinnerungen, Ideen und Impulsen. Die Nachwirkung kann sehr deutlich sein. Oder ganz subtil. Seien Sie offen für Veränderung. Setzen Sie Veränderung im Alltag um!
 

EMDR- Behandlung in acht Phasen

EMDR ist eine ganzheitliche Methode zur Verarbeitung von belastenden Erinnerungen oder Vorstellungen. Bei EMDR wird die Gehirnaktivität erhöht und der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Gehirnregionen angeregt und verbessert. Viele klinisch-wissenschaftliche Studien haben die Wirkung von EMDR belegt. EMDR ist mehr als nur ein Gespräch. EMDR wirkt auf innere Bilder, verändert negative Gedanken, reguliert Emotionen und verbessert Entspannung und körperliches Wohlbefinden. Eine EMDR-Behandlung verläuft strukturiert und gut angeleitet. Wenn Sie den Ablauf einmal kennen, dann wissen Sie schon, wie die nächste Sitzung verlaufen wird. Das gibt Sicherheit. Lesen Sie hier über die acht Phasen der EMDR-Behandlung.

Phase 1: Anamnese

Jede gute Behandlung beginnt mit der Anamnese: Wir erheben die Vorgeschichte. Welche belastenden Erlebnisse gab es in der Lebensgeschichte? Hier gehen wir nicht ins Detail, einige Stichworte reichen aus. Ist eine Traumabearbeitung angezeigt? Welche Ansatzpunkte hierfür wählen wir aus?

Phase 2: Vorbereitung

Zur Vorbereitung gehört die Stabilisierung. Was brauchen Sie, um in die Phase der Bearbeitung einsteigen zu können? Wir prüfen Ihre emotionale, körperliche und soziale Stabilität. Können Sie intensive Gefühle regulieren, fühlen Sie sich körperlich wohl und haben Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie über das Erlebte sprechen können?

Phase 3: Bewertung

Jetzt wird es konkret. Sie wählen eine Erinnerung oder Vorstellung aus. Sie stellen sich die wichtigste Szene vor, den negativen Gedanken dazu, die Emotion und die Körperempfindung. Sie entwickeln einen positiven Lösungsgedanken. Sie schätzen den Grad der Belastung auf einer Skala von Null bis Zehn ein.

Phase 4:
D und R

D wie Desensibilisierung, R wie Reprocessing: Sie sitzen mir gegenüber und blicken auf meine Finger, die sich vor Ihnen nach rechts und links bewegen. Dabei findet die Desensibilisierung und die Verarbeitung der belastenden Inhalte statt. Ein Durchgang dauert ca. 30 Sekunden. Wir machen mehrere Durchgänge, bis die Belastung auf Null ist.

Phase 5: Verankerung

Sie prüfen, ob der in Phase 3 gefundene positive Lösungssatz passt oder ob Sie einen anderen, besseren finden. Dieser positive Satz wird, zusammen mit einer positiven Körperempfindung, durch langsame Augenbewegungen verankert. Dabei empfinden Sie ein angenehm entspanntes Gefühl.

Phase 6: Körpertest

Wir wollen sichergehen, dass Sie das belastende Ereignis ganzheitlich verarbeitet haben. Daher prüfen wir, ob sich nicht nur Ihre Gedanken, die inneren Bilder und die Gefühle verbessert haben. Zusätzlich prüfen wir, ob Sie sich auch körperlich wohlfühlen.

Phase 7: Abschluss

Konnte das Thema in dieser Sitzung vollständig bearbeitet werden, dann beträgt der Grad der Belastung Null auf einer Skale von Null (neutral) bis Zehn (maximal schlimm). Falls am Ende der Sitzung noch eine Belastung da ist, dann wird das Thema vorläufig abgeschlossen und in der Folgesitzung weiter bearbeitet.

Phase 8:
Überprüfung

In der Folgesitzung überprüfen wir gemeinsam, ob die letzte Sitzung erfolgreich war. Sie schätzen nochmals den Grad der Belastung auf der Zehnerskala ein. Falls noch eine Belastung besteht oder neu hinzugekommen ist, beginnt mit Phase 3 ein erneuter Durchlauf, bis die Belastung auf Null ist.

© Dr. Rebecca Leopold 2025. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.