Besondere Methoden: EMDR und Hypnose

Besonders wirksame Therapiemethoden gehen über das reine Gespräch hinaus: EMDR und Hypnose.

EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desenzitisation and Reprocessing, also Desensibilisierung und Neuverarbeitung mit Hilfe von Augenbewegungen. EMDR ist eine wissenschaftlich gut untersuchte Methode zur Traumaverarbeitung. Erfahren Sie in den nächsten Abschnitten, welche Theorie hinter EMDR steht, in welchen Phasen eine EMDR-Behandlung abläuft und bei welchen Problemen sie helfen kann.

Auch klinische Hypnose hat in zahlreichen Studien ihre Wirksamkeit bewiesen. Lesen Sie, was Hypnose ist und was nicht. Korrigieren Sie die häufigsten Irrtümer über Hypnose. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Schritte einer Hypnose-Behandlung und über ihre Anwendungsmöglichkeiten.

EMDR - Fokussierte Informationsverarbeitung zur Verarbeitung von belastenden Erinnerungen

EMDR ist eine ganzheitliche Methode zur Verarbeitung von belastenden Erinnerungen oder Vorstellungen. Bei EMDR wird die Gehirnaktivität erhöht und der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Gehirnregionen angeregt und verbessert. Viele klinisch-wissenschaftliche Studien haben die Wirkung von EMDR belegt. EMDR ist mehr als nur ein Gespräch. EMDR wirkt auf innere Bilder, verändert negative Gedanken, reguliert Emotionen und verbessert Entspannung und körperliches Wohlbefinden.

EMDR ist eine hoch effektive Form der Psychotherapie. Auch prominente Menschen haben damit schon Traumata aufgelöst. Prinz Harry war 12 Jahre alt, als seine Mutter Lady Diana starb. Dieses Trauma hat Prinz Harry mit EMDR bearbeitet.

Eine EMDR-Behandlung verläuft strukturiert und gut angeleitet. Wenn Sie den Ablauf einmal kennen, dann wissen Sie schon, wie die nächste Sitzung verlaufen wird. Das gibt Sicherheit. Lesen Sie hier über die 8 Phasen der EMDR-Behandlung:

Phase 1: Anamnese

Jede gute Behandlung beginnt mit der Anamnese: Wir erheben die Vorgeschichte. Welche belastenden Erlebnisse gab es in der Lebensgeschichte? Hier gehen wir nicht ins Detail, einige Stichworte reichen aus. Ist eine Traumabearbeitung angezeigt? Welche Ansatzpunkte hierfür wählen wir aus?

Phase 2: Vorbereitung

Zur Vorbereitung gehört die Stabilisierung. Was brauchen Sie, um in die Phase der Bearbeitung einsteigen zu können? Wir prüfen Ihre emotionale, körperliche und soziale Stabilität. Können Sie intensive Gefühle regulieren, fühlen Sie sich körperlich wohl und haben Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie über das Erlebte sprechen können?

Phase 3: Bewertung

Jetzt wird es konkret. Sie wählen eine Erinnerung oder Vorstellung aus. Sie stellen sich die wichtigste Szene vor, den negativen Gedanken dazu, die Emotion und die Körperempfindung. Sie entwickeln einen positiven Gedanken und schätzen ein, wie stimmig dieser sich anfühlt. Sie schätzen den Grad der Belastung auf einer Skala von 0 (neutral) bis 10 (maximal schlimm) ein.

Phase 4:
D und R

D wie Desensibilisierung, R wie Reprocessing: Sie sitzen mir gegenüber und blicken auf meine Finger, die sich vor Ihnen nach rechts und links bewegen. Dabei findet die Desensibilisierung und die Verarbeitung der belastenden Inhalte statt. Ein Durchgang dauert ca. 30 Sekunden. Wir machen mehrere Durchgänge, bis die Belastung auf Null ist.

Phase 5: Verankerung

Sie prüfen, ob der in Phase 3 gefundene positive Lösungssatz passt oder ob Sie einen anderen, besseren finden. Dieser positive Satz wird, zusammen mit einer positiven Körperempfindung, durch langsame Augenbewegungen verankert. Wir prüfen, wie stimmig sich der positive Satz anfühlt.

Phase 6: Körpertest

Wir wollen sichergehen, dass Sie das belastende Ereignis ganzheitlich verarbeitet haben. Daher prüfen wir, ob sich nicht nur Ihre Gedanken, die inneren Bilder und die Gefühle verbessert haben. Zusätzlich prüfen wir, ob Sie sich auch körperlich wohlfühlen. Bei Bedarf fördern wir das körperliche Wohlbefinden mit EMDR.

Phase 7: Abschluss

Konnte das Thema in dieser Sitzung vollständig bearbeitet werden, dann beträgt der Grad der Belastung Null, und die positive Kognition fühlt sich stimmig an. Falls am Ende der Sitzung noch eine Belastung da ist, dann wird das Thema vorläufig abgeschlossen und in der Folgesitzung weiter bearbeitet.

Phase 8:
Überprüfung

In der Folgesitzung überprüfen wir gemeinsam, ob die letzte Sitzung erfolgreich war. Sie schätzen nochmals den Grad der Belastung auf der Zehnerskala ein. Falls noch eine Belastung besteht oder neu hinzugekommen ist, beginnt mit Phase 3 ein erneuter Durchlauf, bis die Belastung auf Null ist.

Hypnose - kontrolliertes Ausbalancieren der Gehirnaktivität führt zu Lösungen

Die vier wichtigsten Fakten, die Patientinnen und Patienten vor einer Hypnosebehandlung kennen sollten, sind:

1. Was Hypnose ist und wie sie funktioniert

Hypnose ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit oder eines veränderten Bewusstseins zwischen Wachsein und Schlaf, in dem Ablenkungen ausgeblendet werden, sodass eine Konzentration auf ein bestimmtes Thema, eine Erinnerung, eine Empfindung oder ein Problem möglich ist. Patienten sollten verstehen, dass Hypnose ihre aktive Mitarbeit und Beteiligung erfordert – sie behalten während des gesamten Prozesses die Kontrolle und können nicht gezwungen werden, etwas gegen ihren Willen zu tun. Das Verfahren umfasst typischerweise eine Aufklärung über Hypnose, eine Einleitungsphase, Vertiefungstechniken, therapeutische Suggestionen sowie eine Rückführungsphase zur normalen Wachheit.

2. Kontra-Indikationen für Hypnose

Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass Hypnose nicht bei Personen mit Psychosen oder bestimmten Persönlichkeitsstörungen angewendet werden sollte. Patienten mit solchen Erkrankungen sollten ihre psychiatrische Vorgeschichte vor Beginn der Behandlung offenlegen, um sicherzustellen, dass Hypnose für sie sicher und geeignet ist.

3. Risiken und Neben-wirkungen

Obwohl Hypnose im Allgemeinen sicher ist, kann ein kleiner Teil der Patienten Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen erleben, insbesondere wenn sie von unerfahrenen Behandlern aus dem hypnotischen Zustand zurückgeführt werden. Einige Patienten berichten auch von emotionaler Belastung während der Sitzungen. Diese Effekte sind in der Regel mild und vorübergehend, sollten aber bekannt sein.

4. Wirksamkeit und realistische Erwartungen

Hypnose wurde umfassend untersucht und als wirksam für eine Vielzahl von Beschwerden befunden, darunter Schmerzmanagement, Angstzustände, Depression, Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden. Effekte können bereits nach einer kurzen Sitzung auftreten. Dennoch sollten Patienten realistische Erwartungen haben, was Hypnose leisten kann und was nicht, und verstehen, dass Motivation und Erwartungshaltung eine wichtige Rolle für den Behandlungserfolg spielen.

Die 4 häufigsten Vorurteile über Hypnose – und warum sie nicht stimmen:

Vorurteile haben wir gegenüber dem Fremden. Vertrautheit entkräftet Vorurteile. Wissen über Hypnose gibt Sicherheit.

Hypnose ist ein natürlicher Zustand tiefer Entspannung und innerer Fokussierung. Sie sind dabei nicht „weg“ – im Gegenteil: Sie sind wach und bewusst. Sie behalten die Kontrolle. In hypnotischer Trance wird der Zugang zu inneren Ressourcen, Bildern und Lösungen leichter – oft klarer als im normalen Alltagsdenken. Dadurch kann Hypnose helfen, Blockaden loszulassen. Hypnose stärkt das Gute in Ihnen.

Hypnose ist keine Zauberei, keine Show und schon gar keine Manipulation. Niemand kann gegen seinen Willen handeln.

1. Vorurteil: "In Hypnose verliere ich die Kontrolle über mich selbst".

Falsch.
In der Hypnose erleben Sie einen Zustand tiefer Entspannung und Konzentration – aber Sie bleiben bei vollem Bewusstsein und haben jederzeit die Kontrolle. Niemand kann Sie gegen Ihren Willen zu etwas bringen. Hypnose ist ein Zustand der Selbstermächtigung, nicht der Fremdsteuerung.
 

2. Vorurteil: "Nur schwache oder leichtgläubige Menschen sind hypnotisierbar".

Auch falsch.
Gute Hypnotisierbarkeit hat nichts mit Willensschwäche zu tun. Im Gegenteil: Menschen mit Fantasie, Konzentrationsfähigkeit und geistiger Offenheit sind besonders empfänglich. Hypnose erfordert Ihre aktive Mitarbeit – nicht Ihre Leichtgläubigkeit.

3. Vorurteil: "In Hypnose ist man manipulierbar".

Das ist nachweislich falsch.
In Trance bleibt immer ein Teil des Bewusstseins wach und aktiv. Sollte der Hypnotiseur einen Vorschlag machen, der Ihren Werten entgegensteht, dann wird Ihr Bewusstsein den Vorschlag einfach ignorieren. Sie haben immer die Wahl, und Sie entscheiden selbst.
 

4. Vorurteil: "Hypnose ist esoterischer Hokuspokus". 

Und auch das ist falsch.
Therapeutische Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Sie wird erfolgreich in Psychotherapie, Schmerzbehandlung, Stressreduktion, Angstlösung, Zahnbehandlung und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Hypnose ist keine Magie, sondern eine effektive Methode mit nachgewiesener Wirkung.

3 Fakten: Hypnose ist seriös, sicher und wirksam

Klinische Hypnose, fachgerecht angewandt, ist hilfreich

1. Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren

Klinische Hypnose ist ein wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren. Hypnose wird in vielen medizinischen und psychotherapeutischen Bereichen erfolgreich eingesetzt – zum Beispiel zur Schmerzreduktion, bei Zahnbehandlungen oder zur Vor- und Nachbereitung von Operationen.
 

2. Hypnose ist ein tiefer Entspannungszustand bei vollem Bewusstsein

In der hypnotischen Trance befindet sich die Person in einem Zustand tiefer Entspannung und erhöhter Konzentration. Man bleibt jederzeit ansprechbar, wach und bei vollem Bewusstsein. Wie im Kino, wenn Sie ganz in den Film versunken sind - aber gleich aufmerken, wenn jemand Ihren Namen ruft.

3. Hypnose stärkt die innere Kraftquelle

Hypnose aktiviert die Selbstheilungskräfte der Seele und des Körpers. Hypnose weckt schlummernde Potenziale. Hypnose hilft, ungünstige Verhaltensmuster zu verändern und neue Lösungen zu finden.

Fazit: Hypnose wirkt sanft und zugleich nachhaltig. Hypnose schafft einen Zustand tiefer Entspannung und wacher Klarheit. Hypnose ermöglicht den Zugang zu den eigenen inneren Stärken. Hypnose ist wissenschaftlich gut untersucht. Hypnose fördert nachhaltige Veränderung und persönliches Wohlbefinden von innen heraus. Aus Ihrer eigenen Kraft!
 

Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?

Jede Hypnosesitzung besteht aus 6 Schritten. Lesen Sie selbst!

Das Vorgespräch

Wir sitzen uns gegenüber. In der ersten Sitzung erheben wir eine Anamnese. In den Folgesitzungen berichten Sie kurz, wie Sie es sich seit dem letzten Mal ergehen ließen. Dann besprechen wir Ihr Anliegen. Wir klären Ihr Problem und Ihr Ziel. Je klarer, desto besser.

Die Einleitung

Sie sitzen bequem im Sessel. Wenn Sie möchten, legen Sie die Füße hoch. Ich setze mich neben Sie. Sie geben mir die Erlaubnis, Sie zu hypnotisieren und Sie zu duzen. Dann lade ich Sie ein, die Augen zu schließen. Sie entspannen die Muskeln Ihrer Augen. Sehr angenehm.

Die Vertiefung

Ihre Augen sind so entspannt, dass Sie sie gar nicht mehr öffnen wollen. Sie stellen sich eine Welle der Entspannung vor. Wenn ich Sie bitte, die Augen kurz zu öffnen und wieder zu schließen, gehen Sie tiefer in die Entspannung. Alle Muskeln werden locker und weich.

Die Intervention

Sie fühlen sich wohl und entspannt. Ich wiederhole Ihr Thema aus dem Vorgespräch. Ihr Unterbewusstsein übernimmt die Führung. Sie sehen Bilder oder Szenen. Sie fühlen Emotionen. Sie finden Lösungen. Ich begleite Sie.
 

Die Reorientierung

Sie kommen zurück aus der Trance. Oft merkt man erst dann, wie tief man "weg" war. Sie strecken sich und atmen tief durch. Sie öffnen die Augen. Sie fühlen sich ausgeruht. Sie staunen, wieviel Zeit vergangen ist. Wir siezen uns wieder.

Das Nachwirken

Was Sie in Trance erlebt haben, wirkt nach. In Träumen, Erinnerungen, Ideen und Impulsen. Die Nachwirkung kann sehr deutlich sein. Oder ganz subtil. Seien Sie offen für Veränderung. Setzen Sie Veränderung im Alltag um!
 

© Dr. Rebecca Leopold 2026. Alle Rechte vorbehalten.

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